Ausstellung 2020 – § Kunst erst Recht

Ausstellung 2020 – § Kunst erst Recht

Im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung des Jubiläumsjahres „Freiburg 2020 – 900 Jahre jung“ stellen 10 Künstler(innen) vom 06.März bis 30. Dezember 2020 ihre Werke aus. 

Freiburg mit dem Blick in die Vergangenheit und mit dem Blick in die heutige Zeit zu sehen und dies zu interpretieren, ist für mich eine künstlerische Herausforderung.

Druckvorlagen des Malermeisters Eduard Buggle aus der Karthäuserstraße in Freiburg aus den 1920er Jahren inspirierten mich, diese Schrift der Vergangenheit in der Gegenwart wieder aufleben zu lassen.

Bild 1: FREIBURG I – „Metropolis“ zeigt die Umrisse der Stadt Freiburg umrahmt von vielen Städten und kleineren Orten, die die Lokalisation Freiburgs geographisch umhüllen. Freiburg namentlich jedoch nicht erwähnt wird.
Der Bezug zum Hirschsprung im Höllental hat familiäre Hintergründe, da mein Ururgroßvater Prof. Friedrich Engesser die Statik der ersten Höllentalbrücke um 1880 geplant hat.
Sie ist nur einen Hirschsprung entfernt…diese Stadt im Süden Deutschlands mit ihren 28 Stadtteilen – plus 1 – Dietenbach.
(100 x 100 cm Acryl auf Leinwand)
Bild 2: FREIBURG II – „historia civitatis“ zeigt in der Vergrößerung den Stadtumriss, der graphisch mit den Schriftzügen der Schablonen von Eduard Buggle (Malermeister in Freiburg) aus den 1920er Jahren befüllt ist und nun auch Straßennamen und Zahlencodes der Stadt enthält, die unter anderem die alte Postleitzahl Freiburgs 7800, die bis 1993 Gültigkeit hatte, erahnen lässt. 
Umgeben ist der Umriss der Stadt von vielen Pflastersteinen, die, wenn sie es könnten, viele Geschichten erzählen würden.
Die Andeutung eines Stolpersteines erinnert an die furchtbaren Zeiten des 2. Weltkrieges in Freiburg. (100 x 100 cm Acryl auf Leinwand)
Bild 3: FREIBURG III „Die Freiburger Stadtmusikanten“ zeigt, dass Freiburg trotz aller Widerstände und Kriege es immer wieder geschafft hat, sich aufzurichten.
Der Mythos um das Krokodil im Gewerbebach „…sieht uns und euch und denkt sich viel“, so ein Auszug des Spruches am Gewerbebach, für mich auch ein Plädoyer an die Geisteswissenschaften. 
Im Gegensatz dazu der Sportgeist von Freiburg, der durch das Logo des SC Freiburg, das sich im Auge des Krokodils spiegelt, zum Ausdruck kommt.
Das Hohlbeinpferd, das 1936 von Bildhauer Werner Gürtner geschaffen wurde, hat durch seine subversive Street Art inzwischen Kultstatus und ist für mich mit Kindheitserinnerungen in der Wiehre verbunden. 
Die kleine Schwarzwaldquietscheente, die oft im „Freiburger Bächle“ am Münster schwimmt, steht für den Positivismus, der Freiburg immer begleitet und vergessen lässt, dass nicht nur rund ums Münster im 2. Weltkrieg alles zerbombt und zerstört war.
Im Hintergrund das Georgskreuz, welches seit 1368 die Flagge von Freiburg .
(80 x 80 cm Acryl auf Leinwand)
Bild 4: FREIBURG IV „Die Legende vom Erpel in der Bombennacht“, die erzählt, dass am 27.11.1944 ein Erpel durch seine Schreie einige Menschen vor dem wohl schlimmsten Bombenangriff der Stadt Freiburg gewarnt haben soll, hat mich schon als Kind berührt. 
Die aktuelle weltpolitische Situation gibt mir Anlass, Frieden ganz bewusst als das höchste Gut der Menschheit, welches bewahrt werden muss, zu sehen.
Die Friedenstaube auf blauem Grund, die in den 80er Jahren als Aufkleber viele Autos schmückte, ist daher im Hintergrund abgebildet.
(80 x 80 cm Acryl auf Leinwand)
Bild 5: FREIBURG V „Victoria alias Eirene“ –  Das Siegesdenkmal auf dem Europaplatz im Vordergrund, gerade kürzlich kontrovers diskutiert und daher in meinen Fokus gerückt, erhebt über sich das Zeichen des Weltfriedens, wohingegen im Hintergrund die Verschmelzung der Flaggenfarben von Frankreich und Deutschland ineinander die inzwischen gewachsene Freundschaft zwischen den beiden Ländern zeigt.
(80 x 80 cm Acryl auf Leinwand)
Bild 6: FREIBURG VI „Ein Rendezvous am Berti“ 
Der Bertoldsbrunnen ist inzwischen nicht mehr klassisch nur ein Denkmal, sondern vielmehr der Treffpunkt für Jung und Alt in der Innenstadt. So war es bereits in meiner Jugend. 
Die Erinnerung an den Fischbrunnen, der bis 1806 die Stelle des Bertoldsbrunnens schmückte und heute auf dem Münsterplatz zu sehen ist, ist in dem Bild durch eine Briefmarke der Französischen Besatzungszone Badens von 1949 dargestellt.
Der Blick vom“ Berti“ zum Martinstor zeigt auf dem Ziffernblatt, dass es bezüglich der weltpolitischen Themen 5 vor 12 Uhr ist.
Interessant für mich war, dass die römische Zahl X künstlerisch vom Gestalter 1901 so abgewandelt wurde, dass es wie ein P aussieht.
Das Münster nur als Schatten im Hintergrund symbolisiert für mich die christlichen Werte.
(100 x 100 cm Acryl auf Leinwand)

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